27.07.2016

Schritt für Schritt zur Webreportage: Timescape

Das Programm Timescape zeigt einen 3D-Globus, auf dem Pins mit Bildern und Texten verstreut werden können. So können Journalisten Bilder und Videos von Großereignissen zusammenführen und geografisch verorten.

Karten-Programme gibt es mittlerweile ziemlich viele. Einen ungewöhnlichen Aufbau bietet das Tool Timescape an. Es kombiniert eine bewegliche 3D-Karte, Pins und eine Kaskade von kurzen, bebilderten Begleittexten. Für Journalisten ist die ungewöhnliche Form des Storytellings interessant, weil so beispielsweise nonlinear zusammenhängende, globale Ereignisse mit kleinen Snippets veranschaulicht werden können. Dabei hat Timescape anderen Kartenprogrammen vor allem Eines voraus: Durch den Pin-Stream auf der linken Seite sind die Inhalte der Marker deutlich präsenter und können leicht durch Scrollen erreicht werden. So steht weniger die Karte als vielmehr die vielen kleinen Geschichten im Vordergrund.

UNESCO-Kulturerbestätten rund um den Globus

Als Anschauungsbeispiel dient dieses Mal eine Sammlung der Weltkulturerbestätten. Für eine maximierte Ansicht klicke bitte hier.

Events anlegen

Die Erstellung einer solchen Karte ist sehr einfach. Nach einer Anmeldung auf der Webseite des Programms Timescape.io begrüßt dich eine Übersicht mit bereits vorhandenen Projekte anderer User. Wenn du dich nicht weiter umsehen willst, genügt es, die Box in der obigen linken Ecke mit Titel und Begleittext zu beschriften – schon ist das Grundgerüst deines Projektes angelegt.

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Um einen Pin zu erstellen, genügt ein Klick auf “Add Event”. Es öffnet sich ein Fenster, in das Titel, Beschreibungstext, Zeit und Ort eingetragen werden können. Ein Vorschau-Bild kannst du per Upload oder über eine Bild-URL einfügen. Dieses Bild wird dann auch angezeigt, wenn der User die interaktive Erdkugel dreht und auf dein Icon klickt. Vergesse dabei nicht, den Ort hinzuzufügen, damit dein Icon auf der richtigen Stelle der Karte angezeigt wird. Leider erlaubt Timescape nur Bild-Formate als Vorschaubild der Pins und Header der Content-Boxen.

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Allerdings lassen sich in die Beschreibungsbox auch (Youtube-)Videos via iFrame-Befehl einfügen. So kannst du auch Bewegbild-Formate in Timescape integrieren. Hast du die Daten und Inhalte eingetragen, erscheint der Pin auf der Karte und dem scrollbaren Stream auf der linken Bildschirmseite.

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Optionen und externe Inhalte

Viel komplizierter wird es bei Timescape nicht. Du kannst noch einige Einstellung individualisieren: Headerbild des Projekts, Zoomlevel und 3D- bzw. 2D-Ansicht lassen sich als Standard festlegen. Beachte allerdings, dass deine Karte bereits seit Beginn öffentlich zugänglich ist. Positiv ist hingegen, dass du dein Projekt auch in Teams bearbeiten kannst. So wäre es zum Beispiel nützlich, mehreren Reportern bei einer Demonstration Zugriff zu gestatten, sodass sie selbstständig neue Inhalte auf eine vorbereitete Demo-Karte hochladen.

Falls du dich ein bisschen mit HTML und CSS auskennst, kannst du auch das Erscheinungsbild der Beschreibungstexte ändern und Links setzen. Externe Inhalte wie Infografiken u.ä. sind genau wie Videos ebenfalls möglich. In der kostenlosen Variante stehen dir fünf Projekte zur Verfügung. Danach musst du auf einen Pro-Account upgraden oder einen neuen anlegen. Wie viel die Bezahl-Option kostet, ist Verhandlungssache.

Ärgerlich sind bei Timescape einige Kleinigkeiten. Die beschränkte Medienauswahl der Vorschaubilder ist ein Manko, Pins lassen sich weder in Form noch Farbe individualisieren. Auch ist die Schrift im Stream bei Smartphone-Formaten recht klein geraten und die Karte reagiert so empfindlich auf manuelle Steuerung, dass sich der Globus gerne wild um die Achse dreht.

Timescape LogoFazit: Ein gutes Tool für Multimedia-Anfänger

Timescape eignet sich vor allem für Multimedia-Anfänger, die vielleicht sogar im Team arbeiten. Es ist leicht zu bedienen, sieht gut aus und zickt nicht herum. Fortgeschrittene werden sich an fehlenden Optionen stören. Trotz allem ist Timescape definitiv einen Versuch wert.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & NETZ, JOURNALISMUS & TECHNIK, Neue Formate, Produzieren, Publizieren
  • Über Michel Penke

    Michel Penke, junger Journalist und erst vor kurzem aus der Deutschen Journalistenschule in München entlassen. Lebt zur Hälfte in der digitalen Welt und wundert sich, dass man noch keine Videos in Printzeitungen einbetten kann. Auf ☞ Bleiwüsten.de bloggt er über multimediales Storytelling.

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