03.03.2016

Dem VG-Wort-Goldesel im eigenen Blog ein Heim geben

Im Beitrag “Goldesel für Autoren” empfahl der Autor Marvin Oppong Journalisten, die Texte im Internet veröffentlichen, diese bei der VG-Wort zu melden, um damit an den Ausschüttungen für Autoren beteiligt zu werden. Wer jedoch nicht unter eigener Flagge veröffentlicht, ist dabei auf die Unterstützung des Verlags und dessen Angebote und Möglichkeiten, die Texte mit Zählpixeln anzureichern, angewiesen.

Doch viele Journalisten betreiben inzwischen neben ihren Tätigkeiten für fremde Auftraggeber auch eigene Blogs mit teils nicht unerheblichen Zugriffszahlen. Ein lohnendes Geschäft, deren Inhalte ebenso bei der VG-Wort zu melden.
Hier können die Zählpixel der Verwertungsgesellschaft auf eigene Faust in die eigenen Veröffentlichungen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich nur um wenige Zeilen HTML-Code, die jedem Text hinzugefügt werden müssen, wie Marvin Oppong beschreibt. Doch bei zahlreichen Texten – die möglicherweise noch auf unterschiedlichen Plattformen erscheinen – ist dieses Verfahren sehr aufwendig, unübersichtlich und zudem fehleranfällig. Schnell sind Fehler beim Kopieren des Codes passiert, oder ein falsch oder doppelt eingegebener Zählstring macht den Zählvorgang und die Registrierung zur Ausschüttung unmöglich.

Wer mit seinem Blog auf die Word-Press-Plattform baut, ist hier klar im Vorteil. Seit einiger Zeit gibt es von verschiedenen Autoren Erweiterungen (Plug-Ins) für Word-Press, welche die Arbeit sehr erleichtern. Diese weisen aus einer einmalig importierten Liste mit Zählpixeln im CSV-Format automatisch jedem neuen (und auf Wunsch auch jedem altem) Beitrag korrekt ein neues Zählpixel aus der Liste zu. Doppelbelegungen und Vertipper sind bei diesem Verfahren ausgeschlossen. Zudem überprüfen die Plugins auch, ob die von der VG-Wort geforderte Mindestzeichenanzahl von 1800 Zeichen im Text erreicht wird. Auch ein Hinweis, sobald das letzte Zählpixel vergeben ist und neue bestellt werden müssen, fehlt im Funktionsumfang der sinnvollen Erweiterungen nicht.

In meinen Blogs kommen dabei „Prosodia VGW OS“ des Prosodia-Verlags sowie „VG Wort“ von Torben Leuschner zum Einsatz. Mein persönlicher Favorit ist dabei Prosodia VGW OS – klar, übersichtlich und einfach zu bedienen.

Prosodia listet für jeden Artikel im WordPress-Backend übersichtlich alle notwendigen Daten zur Zählmarke auf.

Prosodia listet für jeden Artikel im WordPress-Backend übersichtlich alle notwendigen Daten zur Zählmarke auf.

Wie kommt man nun in den Genuss dieser Erweiterungen? Erst einmal wie bei jeder beliebigen anderen Plug-In-Installation auch. Im Plug-In-Verzeichnis des Word-Press-Backend nach VG-Wort suchen, das gewünschte (kostenlose) Modul (z.B. Prosodia) herunterladen und automatisch installieren lassen.

Dann auf dem Portal der VG-Wort einloggen, unter METIS (reguläre Ausschüttung) den Punkt Zählmarkenbestellung auswählen und in das Bestellfeld die Anzahl der gewünschten Zählmarken eingeben. Hier können bis zu 100 Marken in einem Rutsch bestellt werden.
Anschließend die Option “Download als CSV-Datei” auswählen und schon landet eine sauber formatierte Liste mit den bestellten Zählmarken auf dem eigenen Rechner.

Danach wird die Liste im entsprechenden Plug-in eingelesen und steht ab sofort in Word-Press zur Verfügung. Wird nun ein neuer Text veröffentlicht, weist das Plug-In diesem – auf Wunsch automatisch – eine Zählmarke zu. Wer möchte, kann auch bereits vorhandene Texte mit einer Marke versehen lassen.

Auf den Seiten der VG-Wort lässt sich schließlich durch Angabe eines jeder Zählmarke zugeordneten Identifikationscodes, der korrekte Einbau und der Start des Zählers (erst 48 Stunden nach Einrichtung) überprüfen.

Für welches Plug-in man sich entscheidet, ist Geschmacksache – einfach mal ausprobieren. Wichtig ist, darauf zu achten, wieviele Nutzerzahlen ein Plug-In hat, und die Kompatibilität mit der aktuellen Word-Press-Version und die Aktualisierungsfrequenz zu prüfen. Hier sollte idealerweise ein Rhythmus von ein bis zwei mal im Jahr vorliegen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & NETZ, JOURNALISMUS & TECHNIK
  • Über Peter Gardill-Vaassen

    Peter Gardill-Vaassen ist ein Münchner Journalist & Texter. Als Stadtmensch faszinieren ihn das urbane Leben, sowie die Möglichkeiten der Selbstorganisation und der Kommunikation im Digitalen Zeitalter. Auf stadtrandblog.de und alltagdigital.de gibt er seine Erfahrungen damit weiter. Zudem unterstützt er Menschen und Unternehmen dabei, in ihren Botschaften Persönlichkeit und Werte weiter zu geben. Derzeit arbeitet er an einem Buch über sein "grünes" Lieblings-Organisationstool Evernote.

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