25.11.2015

Schritt für Schritt zur Webreportage: Klynt

Klynt ist ein Desktopprogramm für Mac und Windows, mit dem man interaktive Multimedia-Geschichten gestalten kann. Nur der Export des Projekts geht nicht so schnell von der Hand.

Viele Multimedia-Programme sind webbasiert. Eine Ausnahme ist daher die Desktop-Variante Klynt aus Frankreich. Die Software soll interaktives Storytelling leicht machen. Die Entwickler bieten dazu eine 14-tägige Testversion an. Das Übliche folgt: registrieren, anmelden – erst dann funktioniert der Download über das Portal. Es stehen dem Nutzer sowohl eine Mac- als auch eine Windowsversion zur Verfügung.

Eine beispielhafte Komplettansicht gibt es hier.

Zahlreiche hilfreiche Tutorials

Die Installation des Programms dauert nur wenige Minuten, dann ist es auch schon startklar. Bevor man überhaupt dazu kommt, sich gleich an sein eigenes Projekt zu setzen, beginnt Klynt mit einem Tutorial-Video, die schon einmal einen guten Überblick über das Programm verschafft. Klynt hat übrigens sogar einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem alle Tutorial -Videos veröffentlicht sind. Sehr praktisch!

Anfangs hat man die Möglichkeit, sich entweder das Demo-Projekt zu Gemüte zu führen oder direkt mit dem eigenen Projekt anzufangen. Um zu verstehen, wie Klynt funktioniert, schadet es nicht, zumindest einmal einen Blick auf das Demo-Projekt zu werfen. Denn die Logik und Struktur dieser sehr intelligenten Software lassen sich so schneller begreifen und auf das eigene Projekt übertragen.

Torial_1_Mindmap

Die Mindmap – das Herzstück deines Projekts

Bei Klynt dreht sich alles um die Mindmap – eine Art Überblickskarte des Projekts. Beginnt man ein neues Projekt, kann man per Drag & Drop die Medien in der Mindmap platzieren, die man in seinem Projekt einbinden will. Per Rechtsklick kann man auch einzelne Elemente der Mindmap wieder löschen.

Die Mindmap liefert einem nicht nur den Überblick über das Projekt, sondern dient auch dazu, Verbindungen herzustellen: Hier kann man bestimmen, welches Element auf das andere folgen soll. Wenn man zum Beispiel eine interaktive Webreportage mit einem Teaserbild beginnen will und will, dass danach per Mausklick auf ein Playbutton ein Video von der Mindmap erscheint, zieht man einfach mit der Maus einen Pfeil von einem Element (dem Teaserbild) auf das andere (dem Video).

Torial_2_Timeline

Klynt arbeitet mit praktischen Timelines

Die genauen Übergänge kann man per Doppelklick auf das jeweilige Element bestimmen. Auch wenn man ein Element selbst direkt bearbeiten will (zum Beispiel ein Video einkürzen), klickt man darauf doppelt. Es erscheint eine Timeline des Elements. Darin kann man nach Belieben das Element anpassen oder auch mit weiteren Elementen versehen.

Das funktioniert am Einfachsten, indem man in der Timeline eine weitere Spur hinzufügt, um dann beispielsweise interaktive Buttons oder auch Musik zu platzieren. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Vor allem für Journalisten, die mit Schnittprogrammen wie DIGAS, Adobe AuditionAdobe Premiere oder auch Avid umgehen, kommt die Timeline sehr gelegen, da die Vorgehensweise ähnlich ist wie in den oben genannten Programmen.

Torial_3_Buttons

Komplizierter Export

Leider ein etwas größeres Manko: die fehlende Möglichkeit, das Projekt sofort im Internet zu veröffentlichen. Dadurch, dass Klynt ein Desktop-Programm ist, spuckt es keinen Embed- oder HTML-Code aus, sondern eine klassiche Datei mit der Endung .klynt. Man kann allerdings über den Menüpunkt “File” auf “Package for Web” das Projekt für den Webexport vorbereiten. Klynt generiert dann eine Ordnerstruktur und die entsprechenden Dateien, die man dann über einen Upload auf einen eigenen Server laden kann.

Fazit: Schnelles Erfolgserlebnis

Klynt ist schnell und vor allem sehr übersichtlich. Die Idee, eine Mindmap als Grundlage eines Projekts zu nutzen, ist ziemlich genial. Dadurch verliert man nie den Überblick über das Projekt und kann trotzdem jederzeit per Doppelklick einzelne Elemente bearbeiten oder auch wieder löschen. Auch die Timeline ist sehr nützlich und intuitiv. Auch wenn die Einarbeitung in Klynt etwas länger dauern sollte als bei anderen Programmen: Selten macht ein Tool so Laune auf interaktive Multimedia-Geschichten wie Klynt. Hat man sich erst einmal hineingefuchst, macht das Programm beinah süchtig. Daumen hoch!

klynt

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, NEU, Produzieren, Publizieren
  • Über Daniela Späth

    Daniela Späth hat ein Volontariat bei der Deutschen Welle (Jahrgang 2013-2015) abgeschlossen und arbeitet für mehrere Magazinsendungen der DW als Autorin, Videojournalistin und Social-Media-Redakteurin. Sie liebt alles, was mit Video zu tun hat und hasst es, wenn ihr Smartphone-Akku versagt oder das monatliche Datenvolumen schon nach der ersten Woche des Monats aufgebraucht ist. Auf ☞ Bleiwüsten.de bloggt sie über multimediales Storytelling.

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1 Kommentare zu diesem Artikel


  1. Rainer B. Langen

    Hört sich super an. Danke für den Tip. Gibt es eigentlich noch andere desktopbasierte Storytelling-Tools?
    Beste Grüße,
    Rainer Langen



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