14.09.2015

Schritt für Schritt zur Webreportage: Mapbox

Karten sind schön. Interaktive Karten sind schöner. Mit dem Programm Mapbox kann jeder seine individuell gestalteten Karten basteln und in Multimedia-Reportage einbauen.

Google Maps war – als es online ging – großartig. Schlank, intuitiv und vor allem simpel zu bedienen. Der Nachteil: Es ist nach wie vor simpel zu bedienen. Das hat dazu geführt, dass auf unzähligen Webseiten Karten im immer gleichen Design eingebunden sind. Wer seine Leser heute noch mit schönen Karten verzaubern will, muss sich etwas ausdenken.

Die einzig wahren Berlins

Mapbox bietet für Einsteiger die Möglichkeit, wunderschöne Karten mit Pins in kurzer Zeit zu basteln. Für Profis offeriert Mapbox wahrlich unbegrenzte Möglichkeiten. Das nachfolgende Anschauungsbeispiel ist ein Projekt für den Tagesspiegel gewesen, bei dem wir versucht haben, alle Berlins dieser Welt zu finden und zu verorten. Hinter einigen Markern verstecken sich zudem kleine Geschichten.

Um eine Karte zu bauen, muss ein Account erstellt werden. Dann gilt es, sich für ein Layout zu entscheiden. 15 vorgefertigte stehen zur Auswahl. Von verspielt über minimalistisch bis zu seriös-kühl ist einiges dabei.


Wer seine Karten komplett selber stylen will, kann dies im Mapbox-Studio tun. Das ist zeitaufwendig, kompliziert und für wahre Liebhaber. Einige der schönsten Exemplare sind diese:

Daten einfügen

Ist das Design festgelegt, können Marker, Linien und Polygone auf der Karte verteilt und gelayoutet werden. Die exakte Position in Longitude und Latitude lässt sich übrigens immer noch am einfachsten über Google Maps bestimmen. Klicken Sie auf den gewünschten Ort mit Rechts und dann auf Was ist hier?. Oben links erscheint die exakte Gradzahl des Ortes unter der Suchanzeige.
Jeder Marker kann mit einem Beschreibungstext gefüllt werden. Wer zudem ein wenig Html-Codieren kann oder ausprobieren will, kann Bilder und Links – wie im folgenden Beispiel zu sehen ist – in die Beschreibungstext-Felder laden.

Für Bilder lautet der Code:

Für Links:

Premiumversionen

Am Ende muss die Karte nur noch publiziert und via Einbettungscode in die Webseite eingefügt werden. Doch was so gut ist, muss einen Wert haben. Und das ist neben der etwas längeren Einarbeitungszeit schlicht, dass Sie mit zunehmenden Klickzahlen auf eine Premiumversion upgraden müssen. 50.000 pro Monat stehen Ihnen frei. Das ist eine Menge für eine einzelne Karte. Danach kostet es 49 $/Monat und aufsteigend für verschiedene Premiumversionen.

Trotzdem ist Mapbox ein grandioses Werkzeug. Wer sich ein wenig damit beschäftigt, der kann sehr viel damit anstellen. Sein Design ist im Grunde völlig veränderbar. Aber auch die vorbereiteten Themes können sich sehen lassen. Die Einbettung erfolgt mühelos, das Ergebnis ist ein Hingucker.

immersive

Twittern: Mapbox – Interaktive Karten selber bauen

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: NEU, Produzieren, Publizieren
  • Über Michel Penke

    Michel Penke, junger Journalist und erst vor kurzem aus der Deutschen Journalistenschule in München entlassen. Lebt zur Hälfte in der digitalen Welt und wundert sich, dass man noch keine Videos in Printzeitungen einbetten kann. Auf ☞ Bleiwüsten.de bloggt er über multimediales Storytelling.

    Alle Beiträge von

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.