10.09.2015

Journalisten-App der Woche: OpenSignal

Egal ob Audio, Video oder Stream – wer mobil Bericht erstatten will, der benötigt ein brauchbares Netz. Beim unterwegs Finden hilft die App OpenSignal.


Mobiler Journalismus mit dem Smartphone ist gar nicht so kompliziert, wenn man zwei Probleme lösen kann. Das erste Problem heißt Strom. So ein Akku hält nicht ewig, bisweilen nicht mal einen halben Tag im Dauerbetrieb. Hier helfen externe Zusatzakkus in jedweder Darreichungsform.

3G – trotzdem passiert nichts?!

Das größere und zweite Problem: gutes Netz. Ob Eifel oder Sahara – auch im beginnenden 21. Jahrhundert gibt es Gegenden ohne Netz. Unpraktisch, wenn man gerade schnell und ganz dringend den gefilmten O-Ton an die Reaktion senden will. Doof, wenn man gerade per Periscope livestreamt. Eine andere Situation: Das Telefon zeigt 3G an, es passiert aber trotzdem nahezu nichts. Was tun?

Marc Settle, Mobile Reporting Experte der BBC lotet in dem Artikel „Options for mobile journalists when that big story crashes the networks“ Optionen und Möglichkeiten aus. Hier bin ich auf die Website und App (iOs und Android) von Open Signal gestoßen. Das Projekt gibt es schon seit 2010. Die bestechend einfache Idee: crowdgesourcte Infos zur Netzabdeckung. Da mehrere Millionen Menschen mitmachen, funktioniert das ganze in ganz schön vielen Teilen der Welt ganz gut.

Ein paar Straßen weiter…

Öffnet man die kostenlose App, dann landet man zunächst im so genannten Dashboard. Erlaubt man der App den Zugriff auf die Ortsdaten (sinnvoll, denn darum geht es hier ja), dann kann man auf einer Karte gut verortet sehen, wo es in der Gegend vielleicht etwas mehr Netzabdeckung gibt. Das bedeutet im Bedarfsfall: Vielleicht muss ich mit meinem Telefon einfach nur ein paar Straßen weiter gehen, um dort besseres Netz zu haben. Alternativ angezeigt werden Orte mit Wlan in der Nähe.

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Ebenfalls sehr praktisch ist die Anzeige welches Netz den besten Service in der Umgebung bietet. Egal ob längerer Auslandsaufenthalt oder Anreiz zum Anbieterwechsel – hier gibt es keine blumigen Beschreibungen von mobilen Marketingmitarbeitern, sondern Ergebnisse von „echten“ Nutzern. Ein weiteres Angebot der App ist der SpeedTest. Für mich gerade sehr schön erkennbar, wie sehr mein Mobilfunkanbieter mich in der Mitte des Monats mal wieder runtergedrosselt hat. Das Netz reicht gerade so, um eine beliebige Website zu öffnen. Praktisch, um genauere Informationen zu kriegen, wenn man sich mal wieder fragt, warum eigentlich da oben im Display 3G steht und trotzdem nichts passiert.

Auch gut: Ein MiFi

Dieser Text hier wird übrigens gleich via MiFi in das Internet reingesetzt. Ein kaum smartphonegroßer kleiner Plastikkasten liegt hier neben mir, darin eine weitere Sim-Karte. Ebenfalls eine sehr praktische Lösung für unterwegs, wenn der Datentarif alle oder der eigene Mobilfunkanbieter vor Ort nicht wirklich vertreten ist. Ein kurzer Test mit OpenSignal zeigt: alles einwandfrei.

OpenSignal – kostenlos für iOS und Android

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Ein praktisches Helferlein, das man mit auf dem Smartphone haben sollte, wenn man unterwegs besseres Netz suchen und finden will. Dank crowdgesourcten Daten verlässlicher als die Versprechungen von mobilen Marketingexperten. In überraschend vielen Gegenden der Welt nutzbar!

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