23.02.2015

Journalisten-App der Woche: Twitter (Video)

Seit Ende Januar Können Nutzerinnen und Nutzer der Twitter-App kurze Videos direkt aus der App heraus filmen, editieren und veröffentlichen. Muss die Zukunft des Journalismus jetzt schon wieder neu geschrieben werden?

Ein Game Changer, schreibt Neal Augenstein, Mobile Reporting Urgestein über die neue Video-Funktionalität bei Twitter. 

Der Kurznachrichtendienst hat sich inzwischen als Nachrichtenmedium etabliert. Die künstliche Beschränkung auf 140 Zeichen haben den Dienst in den letzten Jahren bei Nachrichtenjunkies, Journalisten und Mobiltelefonnutzern recht populär werden lassen. Auch wenn es zum flächendeckenden Durchbruch (noch) nicht gereicht hat. Andere Dienste wie Instagram oder Snapchat sind auf der Beliebtheitsskala bei vor allem eher jüngeren Nutzern am weltweiten Getwitter vorbeigezogen.

30 Sekunden Video

Bei Twitter hat man jetzt reagiert und neben einer Gruppen-Chatfunktionalität eine neue – sehr einfache, gut umgesetzte, mobile – Videofunktion integriert. Aus der App heraus können nun Videos mit einer derzeitigen Längenbegrenzung von 30 Sekunden veröffentlicht werden. Praktisch, wenn es schnell und unkompliziert gehen muss. Lindsey Mastix vom WFLA News Channel 8 in Tampa, Florida zeigt wie das aussehen kann.



Sie sehen richtig, es handelt sich hier um ein quadratisches Video, das gefilmt wird, in dem man das Telefon vertikal hält. Fernsehmacherinnen und -macher ziehen die Stirn kraus. Das ist nicht wirklich gut für den klassischen Fernsehbildschirm geeignet, etabliert sich aber zunehmend im Internet, da nahezu jeder Amateuerkameramann sein Smartphone ganz natürlich hochkant hält. Unzählige Hinweise auf das Vertical Video Syndrome haben nicht gefruchtet. Die mobile Videozukunft wird ganz offenbar vertikal oder quadratisch.

Erste Tests mit Twitter Video zeigt Mobile Reporting Experte Robb Montgomery in seinem Blog. Und für alle, die direkt loslegen wollen, hier eine schnelle Kurzeinweisung im Video: Drehen, Sortieren, Veröffentlichen. Bald soll es auch für alle Nutzerinnen und Nutzer möglich sein, vorher aufgenommenes und ggf. bearbeitetes Videomaterial direkt zu importieren.

Wer übrigens wissen möchte, wie genau Twitter Video designed, geplant und umgesetzt wurde, der findet hier ein allumfassendes Posting eines Designers von Twitter. Spannend! Freue mich übrigens sehr über Hinweise auf eigene oder fremde Versuche mit der Twitter Videofunktionalität was sinnvolles anzustellen. Danke schön!

 

Twitter – für iOS und Android kostenlos erhältlich

Bildschirmfoto 2015-02-21 um 14.57.26Eine ganze Reihe traditioneller Medienmarken experimentieren inzwischen mit kurzen Videoformaten im Netz – siehe beispielsweise den WDR bei Instagram. Twitter Video kann sich hier als ergänzende schnelle Lösung für Reporterinnen und Reporter etablieren, die unterwegs kurze webtaugliche Aufsager oder Kurzberichte absetzen wollen.

Auch das 30-Sekunden Video von Twitter wird etablierte Arbeitsweisen erstmal nicht direkt obsolet werden lassen. Hier zeigt sich aber eine weitere spannende Spielart des unmittelbaren mobilen Journalismus, der sich technisch einfach und schnell umsetzen lässt. Um so wichtiger und relevanter bleibt, sinnvolle Inhalte und gutes Storytelling zu verfolgen, um attraktive journalistische Produkte zu erstellen.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Kommunizieren & Dialog, Produzieren, Publizieren

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