07.01.2015

Die Journalisten-App der Woche: Moju

Verdammt, schau Dir das mal an! Die Regel Nummer Eins in einer übersättigten Medienwelt. Die App Moju kann etwas, was andere Apps nicht können – eine Art interaktive Hologramme.

Das YouTube-Video mit dem Titel „Is this App Going to Beat Instagram and Facebook?!“ hat zwar erst 449 Aufrufe, aber Potential hat die App Moju auf jeden Fall. Ich habe sie in der Auflistung „23 of the best new photo and video apps launched in 2014“ gesehen, ausprobiert und für gut befunden. Derzeit gibt es sie – das gleich vorausgeschickt – lediglich als iOS-App, aber das dürfte sich bald ändern.

Muss man ausprobiert haben

Moju ist eine Foto-App, wobei das den Punkt nicht ganz trifft. Denn die App produziert letztlich eine Art neuen Typus von Inhalt: das interaktiv animierte Bild. In einem doch deutlich an Instagram orientierten Benutzermenü ermöglicht es das Programm bis zu 24 Bilder aufzunehmen, die dann durch Bewegen des mobilen Geräts quasi zum Leben erweckt werden. Klingt komisch. Muss man ausprobiert haben.

 moju_example_00_512x512

Möglich werden so kleine Stop-Motion-Sequenzen die man als Konsument aktiv durch Bewegen des Geräts oder auf dem klassischen PC durch das Streichen auf der Maus selber steuern kann. Das Ganze ähnelt den beschichteten Cartoon-Aufklebern die es mal im letzten Jahrhundert gab, auf denen Comicfiguren beispielsweise die Augen geschlossen beziehungsweise geöffnet hielten, je nach Betrachtungswinkel. Und das ist noch nicht alles. Möglich werden durch Moju auch quasi 3D-Ansichten von Objekten. Einfach in 24 Bildern ein beliebiges Objekt von mehreren Seiten fotografieren.

Journalistische Formate bitte

Was das jetzt mit Journalismus zu tun hat? Nun ja, einiges. Denn sobald es neue technische Möglichkeiten gab und gibt, wurden und werden diese auch im Journalismus verwendet. Als Hingucker oder um Dinge ganz einfach besser, schneller oder anschaulicher zu erklären. Wer da etwas Inspiration braucht, der kann sich „5 formats news outlets are using on Instagram“  anschauen. Oder die sehr schönen interaktiven Überblendungen des Guardians.

 

Moju-App-iPhone

Noch dominieren vor allem lustige oder noch nicht so richtig gute Versuche die Seite von Moju. Aber es macht – zumindest mir – gerade sehr viel Spaß, immer und immer wieder aktiv mit der Maus über die Bilder zu fahren. Das fühlt sich angenehm modern an. Und kann ganz sicher dazu dienen, journalistische Formate weiterzuentwickeln. Mal sehen, was da in nächster Zeit noch passieren wird.

Moju, 22.3 MB, iOS, Kostenlos erhätlich

Bildschirmfoto 2014-12-28 um 09.09.02

Manche nennen die App angeblich „Instagram auf Steroiden“. Da ist was dran. Ob es sich hier nur um einen kurz aufkeimenden Trend handelt, der in der Flut von neuen Apps fortgespült wird? Keine Ahnung. Wer aber genug mit Vine und Hyperlapse herumgespielt hat und sich ein neues Spielzeug wünscht, der dürfte mit Moju Freude haben.

Und wer sich berufen fühlt, jetzt direkt mit Moju kreativ journalistische Inhalte darzustellen – freue mich auf Beispiele in den Kommentaren.

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Produzieren, Publizieren

2 Kommentare zu diesem Artikel


  1. Ulf J. Froitzheim

    Die bei einer kostenlosen App wichtigsten Infos fehlen:
    Was ist das Geschäftsmodell der Entwickler?
    Welche Berechtigungen fordert die App?

  2. Sehr geehrter Herr Froitzheim,
    ob Antworten auf diese beiden Fragen tatsächlich die wichtigsten Infos beim Ausprobieren neuer Apps sind, mag Geschmackssache sein. Als Full-Serviceanbieter hier aber gerne zwei Antworten

    1) Moju Labs has raised $1 million from Googler Eugene Jhong and the infamous Eduardo Saverin and his brother Alex Saverin (Quelle: http://techcrunch.com/2014/05/13/moju-is-instagram-for-moments-in-motion/)

    2) Die App (derzeit nur iOS) greift nach Rückfrage auf die Kamera und auf die Fotofunktion zu. Das ist beim beschriebenen Funktionsumfang ganz praktisch. In den Einstellungen unter dem Punkt Datenschutz können Sie dies auf einem iOS-Gerät nachsehen.

    Beste Grüße,
    Marcus Bösch



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