15.12.2014

Die Journalisten-App der Woche: KineMaster

Eines der besten Videoschnittprogramme für Android-Geräte ist KineMaster. Wenn es da nur nicht diesen einen lästigen Haken geben würde.
Bis vor kurzem habe ich beim Thema Videobearbeitung auf die iOS-App iMovie gesetzt. Vor allem nach dem umfangreichen Update auf die Version 2.0 bot und bietet das Programm eine ganze Menge, verbunden mit einem schlichten User Interface. Einfach ein Vorteil, wenn Hard- und Software aus einem Haus kommen und es zudem mit iMovie für den etwas traditionelleren Computer ein Vorbild gibt, dachte ich.

Mobile Reporting √

Nachdem ich jetzt umfangreich mit KineMaster auf einem Samsung S3 Neo herumprobiert habe, nehme ich meine Aussage zurück, dass Apple im Bereich Videobearbeitung gegenüber Android die Nase vorne hat. KineMaster zieht mit und bietet im Gegensatz zu vielen anderen Video-Apps im Play Store den vollen Umfang für eine professionelle Bearbeitung von Videos: angefangen vom Trimmen, Schneiden, Zusammenfügen, bis hin zum detaillierten Editieren einzelner Ton- und Bildspuren.

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Neben einer ganzen Menge von üblichen Spielereien bezüglich der Geschwindigkeit der Videos und mehr oder minder munteren Effekten eignet sich die App, um damit Mobile Reporting zu betreiben. KineMaster unterstützt die Videoformate MP4 (H.264 Baseline / Main / High Profile + AAC LC), 3GP (H.264 Baseline / Main / High Profile + AAC LC) und MOV (H.264 + AAC LC). JPG und PNG werden als Bildformate unterstützt. Und bei den Audio-Formaten sind es: MP3, M4A und AAC.

Brot und Butter

Für mich eine neue und schöne Erfahrung: Ich kann – danke Android – auch einfach und direkt auf meine Sprachmemos zurückgreifen und diese importieren, wenn ich das möchte. Ein Vorgehen, das mir bei Apple Kopfschmerzen bereitet hat. Zudem kann man Audiospuren detailliert in der Lautstärke anpassen – so auch nicht bei iMovie möglich. Ein direkter Export aus der App heraus zu YouTube, Vimeo, Facebook, etc. ist zwar nicht möglich. Aber das exportierte Video in meiner Galerie finden und dann veröffentlichen – das kriege ich hin.

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Und damit zum Knackpunkt der App. Exportieren ist zwar in drei unterschiedlichen Größen mögliche „Geringere Qualität (640 x 360)“, „Mittlere Qualität (950 x 540)“ oder „High Definition (1280 x 720)“ – allerdings werden die Videos in der kostenlosen Version von KineMaster mit einem deutlich sichtbaren Wasserzeichen versehen. Nichts gegen Monetarisierungsmodelle. Die verstehe ich, schließlich will der Hersteller am Ende des Tages auch Brot und Butter und Bionade kaufen.

28,46 € jährlich

Unglücklich finde ich allerdings das ausgewählte Bezahlmodell. Nach einer kostenlosen Probezeit, muss man ein monatliches (3,56 €) oder jährliches (28,46 €) Abonnement erwerben. Natürlich kann man das Abo im Google-Play-Store kündigen. Dennoch bleibt zumindest bei mir ein unguter Nachgeschmack. Gerade im Kontext des schnelllebigen App-Marktes dauerhaft auf eine App zu setzen, finde ich suboptimal.

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 09.49.32KineMaster – Video Editor, Version 2.6.1 

Eine solide und sehr gut dokumentierte Android-App die auf ein Abo-Bezahlmodell setzt. Gute alternative für iMovie auf iOS-Geräten. Wer mit der mobilen Videobearbeitung von unterwegs zu tun hat und ein oder mehrere Android-Geräte besitzt, der kann guten Gewissens derzeit auf KineMaster setzen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Produzieren, Publizieren

2 Kommentare zu diesem Artikel


  1. Danke für den Tipp! Endlich eine App mit der man recht ordentlich arbeiten kann.
    http://m.youtube.com/watch?v=B-XovU62I9U

  2. HENNIG HINRICHS

    Hilfreiche Berurteilung!!


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  1. 50+ Smartphone-Apps für die Berichterstattung von unterwegs : Felix Unholz 31 08 16

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