24.09.2014

Die Journalisten-App der Woche: Storehouse

Visuelles Geschichtenerzählen im mobilen Zeitalter. Schnell und einfach und aufgeräumt dank der App Storehouse. 

Storehouse heißt Lagerhalle. Die sehen normalerweise zwar meistens ziemlich ordentlich, aber sonst nicht sonderlich visuell attraktiv aus. Die App Storehouse, die es seit einiger Zeit für das iPad und neuerdings auch für das iPhone gibt, sieht super aus. So gut, dass Apple den Machern gerade den Apple Design Award 2014 überreicht hat.

Mit der kostenlosen App kann man schicke, so genannte One-Pager erstellen. Egal ob Reportage, Restaurant-Test oder der Besuch beim Kaninchenzüchterverein, die App erlaubt es, Fotos, Videos und Text hübsch zusammenzubringen. Das passiert so intuitiv und einfach, dass man danach Schwierigkeiten hat, sich jemals wieder mit einem altbackenen Content Management System auf dem Bildschirm eines traditionellen Personalcomputers auseinanderzusetzen.

Einer der ersten deutschen Journalisten, die sich mit Storehouse auseinandergesetzt haben, ist BILD-Reporter Class Weinmann. Er berichtet im Mai 2014 von einem türkischen Minenunglück bei dem 301 Minenarbeiter starben. Seinen multimedialen Bericht, bestehend aus Videos, Bildern und Text, hat er auf seinem iPad erstellt. Da war die App, an der ehemalige Mitarbeiter von Apple, Facebook und der ehemaligen iPad News App The Daily von Rupert Murdoch beteiligt waren, erst wenige Wochen alt.

Storehouse positioniert sich recht geschickt im neuen App- und Publishing-Ökosystem. Klar sind die ganzen Instagram-Bilder bei Instagram hübsch anzuschauen, aber zusammenkuratiert und mit etwas Text versehen, wird daraus direkt eine Story für das eigene Portfolio. Das Ganze kann direkt auf dem Mobiltelefon problemfrei zu Facebook oder Twitter durchgeleitet oder per Mail versendet werden. Fertige Storehouse-Stories lassen sich kommentierten, liken, teilen oder einbetten.

Die Daten liegen wie bei Tumblr auf den jeweiligen Servern des Anbieters und können derzeit auch nicht als Komplettpaket heruntergeladen werden. Nötig ist ebenfalls das Anlegen eines Profils. Der Preis, den man meistens für eine kostenlose App zahlen muss. Eine App, die gut aussieht, sich einfach bedienen lässt und für einen Trend steht, der den Fokus auf die Geschichte und den Inhalt legt und darauf, beides möglichst einfach und ohne Theater in das Internet zu bekommen.

Nötig sind allerdings nach wie vor – eine Geschichte und qualitativ hochwertige Bilder oder Videos. Wer nichts zu erzählen hat oder den Daumen auf der Linse lässt, der geht auch mit Storehouse auf dem Telefon leer aus.

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Storehouse
Größe: 20.9 MB / Kategorie Foto und Video / Preis: kostenlos
Derzeit verfügbar für iOS

Schnell und einfach auf dem mobilen Gerät multimediale Geschichten erzählen. Funktioniert mit Text, Videos (Dauer auf dem Telefon begrenzt auf 30 Sekunden) und Fotos. Anbindung an Dropbox, Instagram und Flickr. Fertige Geschichten können auf Facebook und Twitter geteilt werden oder via bereitgestelltem Embed-Code eingebettet werden. Siehe oben.

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Neue Formate, Produzieren

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