03.09.2013

Wie finde ich euch, liebe Journalisten?

Hier mal was quasi in eigener Sache – Ute Blindert berichtet von der Relevanz digitaler Präsenz und kommt dabei (natürlich) auch auf torial zu sprechen.

Als Herausgeberin zweier Zeitschriften und Online-Magazine stehe ich regelmäßig vor der Aufgabe, gute Autoren für verschiedene Themen zu finden. Das ist gar nicht so leicht, wie ich feststellen musste. Denn ihr versteckt euch, liebe Journalisten.

Daher will ich einmal genauer erzählen, was mir bei meiner Suche so widerfahren ist – und ein paar Tipps geben.

Meine Magazine sind nicht DIE ZEIT oder die Süddeutsche Zeitung. Man kann sie noch nicht einmal am Kiosk kaufen. Im Unternehmen haben wir uns ganz bewusst dagegen entschieden und einen anderen Vertriebsweg gewählt. Die Zeitschriften Business Ladys und Zukx Ingenieure sind an Hochschulen bundesweit zu finden und liegen dort z. B. bei Career Services, Bibliotheken und Prüfungsämtern aus oder werden verteilt. Außerdem sind sie auf Firmenkontaktmessen und Karrieretagen (circa 70 im Jahr) erhältlich. Online findet ihr die Magazine unter www.zukx.de und www.businessladys.de. Die Auflagen betragen zweimal jährlich 20.000 Exemplare (Zukx Ingenieure) und 15.000 Exemplare (Business Ladys), wir sprechen also über eine Gesamtauflage von 70.000 Exemplaren.

Screenshot_BL

Für beide (Online-)Magazine suche ich als Herausgeberin immer mal wieder nach Autoren. Vor allem für Business Ladys benötige ich Journalisten, die Lust auf lange Strecken mit mehreren Artikeln (Berichte, Interviews, Infokästen) haben, eine gute Schreibe und eine eigenständige, professionelle Herangehensweise. Da es sich um ein Karrieremagazin handelt, ist es zudem wichtig, darauf zu achten, dass mit den Gesprächspartnerinnen aus Unternehmen und deren PR-Abteilungen sehr professionell und korrekt zusammengearbeitet wird.

Ist doch selbstverständlich, denkt ihr? Leider nicht. Hier eine kurze Sammlung der „So bitte nicht“-Vorkommnisse:

  • Ein Autor schickte seine Texte halb fertig, sodass wir noch einmal eine Schleife durchs Lektorat drehen mussten.
  • Ein anderer Autor recherchierte nach Netzwerken und Frauen-Organisationen und kopierte dafür ausgiebig aus Online-Texten der Webseiten. Zumindest die Kennzeichnungen des Online-Textes sollte man dann aber herausnehmen.
  • Ständiges Falsch-Schreiben der Magazin-Titel. Ich finde das unaufmerksam und im Umgang mit unseren Gesprächspartnern nicht professionell.

Aber ich schreibe hier ja nicht, um nur zu meckern, sondern ich möchte euch erzählen, wie ich meine wirklich guten Autorinnen gefunden habe:

  • Empfehlung: Aus meinem vorherigen Job bei einem Verlag kannte ich bereits den ein oder anderen Journalisten und fragte diesen auch für einzelne Artikel an. Leider gab es hier ein paar Hinderungsgründe (u. a. Konkurrenzausschluss), weshalb ich nicht auf diese Quellen zurückgreifen konnte. Sehr schade, aber ich bekam Empfehlungen für Kollegen. Und aus diesen Empfehlungen ergab sich dann eine wunderbare, langjährige und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.
  • Ansprache: Der ein oder andere Autor wurde über das Web auf uns aufmerksam und bewarb sich mit Artikelvorschlägen bei uns. Das finde ich richtig gut! Allerdings sollten die Vorschläge auch wirklich zu unserer Zielgruppe (Akademikerinnen mit Lust auf Karriere) und zu unseren Themen passen (Karriere, Unternehmen, Erfolg, Gesellschaft). Von den Formen darf es dann auch freier sein, vor allem für die Website. Auch Podcasts oder Filme sind hier für uns interessant.
  • Weitersagen: Eine besonders schöne Zusammenarbeit ergab sich durch einen Kontakt zu einer Studentin, die ihre Kommilitonin für ein spezielles Thema empfahl.
  • Recherche: Wenn mir ein Name unter einem Artikel auffällt, notiere ich mir diesen direkt, um dann später nach diesem Autor oder dieser Autorin zu googeln. Und hier fangen die Schwierigkeiten an – ich finde euch nicht. Kaum bei XING, bei Facebook schon gar nicht, ohne eigene Website oder Blog – online seid ihr oft nicht präsent.

Dabei verstehe ich gar nicht, warum. Mittlerweile ist es so leicht geworden, sich zumindest eine einfache statische Website zu bauen, ein Blog zu schreiben oder sich auf anderen Kanälen zu präsentieren, zum Beispiel bei XING.

Und wo ihr schon auf dem Blog von torial seid, geht doch direkt einen Schritt weiter und tragt euch unter www.torial.com ein. „Das ist ja einfach!“, werdet ihr sagen. Mir ging es nämlich genauso. Momentan verfügt ihr in eurem Profil bei torial über zwei Reiter: Portfolio und Zur Person.

Unter dem Reiter Zur Person sieht man als erstes eure Kontaktdaten, in der rechten Spalte dann eure Schwerpunkte. Ihr könnt weitere Profile einbinden und eure Auftraggeber nennen. Daneben könnt ihr in Textfeldern über eure Person schreiben.

Was aber besonders chic ist, findet ihr unter dem Reiter Portfolio. Hier könnt ihr euch mit eurem Portfolio vorstellen, bei dem ihr zwei Möglichkeiten zur Einbindung habt: Einmal könnt ihr über Feeds eure Kanäle wie Blogs, Twitter, Vimeo oder Soundcloud einfließen lassen. Außerdem lassen sich Dateien hochladen, Links einfügen oder Texte schreiben. torial bindet dann eure Inhalte als Kacheln in eurem Portfolio ein. Diese können nun nach Belieben verschoben werden. So lassen sich auch einmal andere Schwerpunkte setzen.

Da solch eine Journalistenplattform natürlich davon lebt, dass sich möglichst viele Leute darauf finden lassen, will ich euch unbedingt ermutigen, euch dort zu zeigen. Dann wäre meine Suche nach „Saudi-Arabien“ oder „Brasilien“ gleich erfolgreich gewesen.

Ein Profil auf torial kann also eine Lösung für all diejenigen sein, die keine Zeit oder Lust haben, eine eigene Website zu erstellen oder ein Blog zu betreiben. Auch wer sich davor scheut, sich im Netz über soziale Netzwerke öffentlich zu zeigen, findet hier eine Lösung, die sich sehr zurückhaltend nutzen lässt. Zumindest die Kontaktdaten sollte man aber zur Verfügung stellen, um schnell gefunden zu werden. Und wer bereits mit verschiedenen Online-Kanälen arbeitet, findet eine sinnvolle, leicht zu bedienende und schön gestaltete Ergänzung.

Hier noch einmal zusammengefasst meine Tipps – oder auch Wünsche – an euch:

  • Macht euch sichtbar! Lasst irgendwo erkennen, mit welchen Themen ihr euch auskennt und welche Formate ihr bedienen könnt. Als schöne Zusammenstellung geht das bei torial, mittlerweile aber auch ganz ansehnlich im neuen XING-Profil (unter Portfolio). Diese Arbeitsproben sind für potenzielle Auftraggeber sehr wichtig zur ersten Einschätzung.
  • Schreibt über euch! Ich möchte gern etwas über euer Selbstverständnis und eure Arbeitsweise wissen. Auch ein Bild finde ich persönlich wichtig, aber natürlich ist es nicht ausschlaggebend.
  • Vernetzt euch! Wenn ihr das Netz nutzt und euch und eure Themen vorstellt, vergrößert sich auch eure Bekanntheit und Relevanz. Ihr werdet insgesamt sichtbarer, sodass zum Beispiel Herausgeberinnen wie ich eher mal auf euch stoßen.
  • Schaut euch Beispiele an! Richtig gut macht das auf torial zum Beispiel Sarah Pust von pusteblumemedia oder auch Anne Schüssler. Eine schöne Verbindung von Website, Blog und Twitter gelingt Petrina Engelke mit www.p-eng.de und www.moment-newyork.de. Vernetzung aller Kanäle, unterhaltsame Schreibe und damit immer größere Bekanntheit sehe ich auch bei Dr. Christine Finke, Journalistin, alleinerziehend (mama-arbeitet.de).

 

 

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Dynamik am Markt, JOURNALISMUS & NETZ, NEU

5 Kommentare zu diesem Artikel


  1. Christine Finke/Mama arbeitet

    Das ist ja schmeichelhaft. Ich erröte wirklich und wahrhaftig. Danke für die lobende Erwähnung!

  2. Ist Torial bei Herausgebern und Redakteuren bekannt? Wer auf der Suche nach einem Kollegen “Journalist” oder “Fachjournalist Wirtschaft” googelt, findet auf den ersten fünf Seiten allerhand, nur nicht Torial. Also bitte: Torial empfehlen!

    • Stimmt, da ist sicher noch einiges an Arbeit zu leisten. Aber wie ich ja geschrieben habe, ist es eine gute Ergänzung und für einige sicher auch eine gute Möglichkeit, sich überhaupt auf einfache Art und Weise – und trotzdem schick! – zu präsentieren.

  3. torial ist natürlich noch zu wenig bekannt bei den Verwertern und dann natürlich eher bei den Nischenformaten, als bei den großen Redaktionen. Aber die ersten Erfolgsstorys gibt e schon.
    Je schneller wir wachsen, desto leichter haben wir es auch, die Verwerter zu uns zu bringen. Bitte also torial empfehlen und das eigene Netzwerk aktiv einbinden.

    Unsere qualitativen Werte entwickeln sich übrigens prächtig: die Vernetzung der Kreativen untereinander auf torial wird immer besser und auch die Häufigkeit der Besuche und Portfolio-Updates…



Kommentieren Eric Schreyer

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.