22.05.2013

Werkzeuge: Die Cloud verschlüsseln

Dienste wie Dropbox, Box.net oder Google Drive werden immer beliebter, weil sie es so einfach machen, Daten auf diversen Geräten vorzuhalten, ohne dass man sich mit der Synchronisation herumschlagen müsste. Was aber fehlt, ist aber eine Vollverschlüsselung, an die selbst der Diensteanbieter nicht herankommt. Die Augsburger Firma Secomba reicht das mit der Software BoxCryptor nach. Technikjournalist Ben Schwan hat sie getestet.

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Alles in der Wolke: Kostenlose bis kostengünstige Cloud-Speicherangebote sind mittlerweile beim Endkunden angekommen und haben auch Einzug in den journalistischen Alltag gehalten. Dropbox & Co. sind ja auch ungemein praktisch: Wird ein Dokument beispielsweise auf dem heimischen PC abgelegt, landet es automatisch auch auf dem Tablet oder dem Rechner im Büro.

Dabei wird allerdings gerne das Thema Sicherheit vergessen. Zwar bieten die meisten Cloud-Dienste Verschlüsselungstechniken an, die etwa dafür sorgen, dass Dokumente nicht im Klartext zwischen Rechner und Anbieter durch das Netz rauschen. Doch der Anbieter selbst hat stets Zugriff auf die potenziell sensiblen Infos und hält sich dabei nur an die – gegebenenfalls im Vergleich zum europäischen Datenschutzrecht schlechteren – Vorgaben seines Heimatlandes.

Die Augsburger Firma BoxCryptor hat für dieses Problem nun eine Lösung parat: ein Verschlüsselungssystem, das bestehende Cloud-Speicherdienste wie Dropbox, Box.net, Google Drive oder SugarSync sicherer machen soll.

Der Clou dabei ist die Tatsache, dass in der Wolke nur noch gesicherte Daten landen, für die ausschließlich der Nutzer das Zugangspasswort hat. BoxCryptor verschlüsselt auf Wunsch sogar die Dateinamen, so dass auch diese keine Rückschlüsse auf die Inhalte erlauben. Aus Nutzersicht bleibt alles transparent: Der Cloud-Speicher steht als virtuelles Laufwerk auf dem Rechner zur Verfügung und kann wie gewohnt befüllt werden.

BoxCryptor arbeitet derzeit als eigenständige Software für Windows, Mac, Linux und die Mobilplattformen iOS und Android. Zusätzlich wird für den Google-Browser Chrome ein experimentelles Plug-in angeboten, mit dem man Dateien für Dropbox und Google Drive ohne Zusatzprogramme ver- und entschlüsseln kann, was die wohl einfachste Nutzungsart des Sicherheitsangebots darstellt.

Die Preise für BoxCryptor sind moderat: Eine Standardversion, bei der es allerdings nicht erlaubt ist, Dateinamen zu verschlüsseln, ist kostenlos verwendbar. Eine persönliche Lizenz wird einmalig mit knapp 35 Euro berechnet und für die kommerzielle Nutzung werden ebenfalls einmalig 79,99 Euro verlangt. Der Einsatz ist derzeit pro Lizenz auf eine Person beschränkt; an einer Funktion, mit der verschlüsselte Inhalte direkt auch mit anderen Usern geteilt werden können, arbeitet BoxCryptor gerade. Bis dahin lässt sich immerhin ein einzelner geschützter Ordner mit einem Einmal-Passwort versehen, das man der anderen Partei dann übermitteln kann.

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    Die Kooperative Berlin ist ein Redaktionsbüro und Netzwerk für digitale Kulturproduktion. Unter anderem produziert die Kooperative Berlin den täglichen Netzreporter für Dradio Wissen und den wöchentlichen NetScout für Deutschlandradio Kultur, die Werkstatt - Digitale Bildung in der Praxis, das Montagsradio - Netzgespräche zur Zeitgeschichte u.v.a. Markus Heidmeier ist als Netzjournalist bei der Kooperative zuständig für digitale und zeitbasierte Medien, schreibt neben dem DRadio Wissen-Netzreporter unter anderem auch für ZEIT Online und gehört zum Redaktions- und Moderatorenteamteam von Breitband. Jochen Thermann ist als Autor und Dramaturg unter anderem für mehrere Theater, für DRadio Wissen und den Tagesspiegel tätig.

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