Ohne Bilder geht gar nichts

Das Netz ist ein visuelles Medium. Jeder, der auf Facebook mit einem eigenen Profil oder einer Projektseite unterwegs ist, kann diese Erfahrung bestätigen. Das Echo auf Bilder ist in der Regel zehnmal höher als auf alle erdenklichen Textformen. Und seien sie noch so poetisch! Aber wie findet man den richtigen Eyecatcher, wenn man nicht ständig selbst fotografiert? Wo liegen im Netz Bilder, deren Nutzung rechtlich eindeutig ist? Und mit welchen Werkzeugen kann man sie schnell bearbeiten, ohne gleich eine sündhaft teure Photoshop-Lizenz erwerben zu müssen. Unsere Autorin Johanna Kindermann von der Kooperative Berlin hat einige schnelle Tipps zusammengestellt.

Pixlr.com – Bildbearbeitung online auf die Schnelle

Wer zur Bildbearbeitung nicht extra ein Programm installieren möchte oder von einem fremden Rechner aus arbeitet, sollte Pixlr.com benutzen. Der Editor kann einige Basics, die im Journalismus meistens ausreichen. Die Bearbeitung findet direkt im Browser statt und ist damit überall ohne Downloads oder Anmeldung benutzbar.

Zu Beginn kann man ein Bild uploaden, aus einer URL importieren oder ein leeres Bild öffnen. Die Aufmachung erinnert an Photoshop. Ähnlich wie dort arbeitet man mit mehreren Ebenen. Basic-Werkzeuge stehen einem zur Verfügung, zum Beispiel Zauberstab, Kopierstempel und Scharfzeichner. Außerdem können Helligkeit und Kontrast angepasst oder verschiedene Filter benutzt werden.

Nach dem Bearbeiten speichert man das Bild einfach intern auf dem Rechner ab. Für eine schnelle Bildbearbeitung unterwegs ist der Pixlr-Editor sehr geeignet. Möchte man jedoch alle Möglichkeiten wie bei Photoshop, sollte man sich nicht darauf verlassen. Das Ganze gibt es auch als App in der geschrumpften Version.

Creativecommons.org – lizensfreie Bildersuche

Häufig ist es schwer für Journalisten – vor allem im Online-Bereich –, Bilder mit einer CC-Lizenz zu finden. Creative Commons bedeutet, dass man Bilder unter bestimmten Bedingungen weiterverwenden darf. Das kann etwa bedeuten, dass sie zum Ursprungsort verlinkt werden oder mit Titel und Fotografen benannt werden müssen. Bei vielen Suchmaschinen wie Google oder flickr.com kann man die Suche nach CC einschränken.

Die Suche wird einfacher, wenn man in allen Bildsuchmaschinen zusammen suchen kann. Die Suche von Creativcommons.org bietet das. Dort kann man zwischen den Ergebnissen verschiedener Suchportale hin- und herswitchen. Dabei werden nicht nur bekannte Websites durchsucht, sondern es werden auch zum Beispiel Pixabay oder Fotopedia vorgeschlagen. Damit erweitern sich die Ergebnisse einer Bildersuche.

CreativeCommons.org ist keine eigene Suchmaschine, sondern eher eine Startseite. Der Suche entsprechend leitet sie auf Flickr oder andere Links weiter. Ein Vorteil daran ist auf jeden Fall, dass man sich das mühselige Ändern der Einstellungen spart. Übrigens kann man dort nicht nur nach Bildern suchen, sondern auch nach Videos, Audios und Texten mit CC-Lizenz.

Thinglink.com – Fotos an gewünschten Stellen mit Links taggen

Oft sagen Fotos mehr aus als viele Worte. Daher werden in den meisten Artikeln Fotos verwendet. Das lockt die Leser an und das macht den Artikel oft verständlicher. Mit Tags kann man diese Fotos noch aussagekräftiger gestalten. Die Tags können jede Art von Link sein: eine Weiterleitung zu einem Twitterprofil, zu einem Interview, zu Hintergrundberichten und vieles mehr.

Die Ideen scheinen grenzenlos. Aus Karten werden interaktive Karten, Medienmonitore können über ein einziges aussagekräftiges Bild laufen, Personen werden direkt auf dem Foto getaggt. Diese Interaktivität erreicht man durch Thinglink. Man muss sich anmelden, dann kann man Fotos taggen. Dazu lädt man entweder eins von seiner Festplatte hoch, verwendet eins von Facebook oder Twitter oder gibt eine URL ein.

Zuletzt teilt man das Bild auf verschiedenen Plattformen oder fügt es in einer Seite oder auf einem Blog ein. Auch die Berliner Morgenpost hat das Tool schon für sich entdeckt. Auf einem Bild im Weißen Haus weisen alle Tags darauf hin, welche Personen von Barack Obama bis Hilary Clinton auf dem Bild abgebildet sind.

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Über Kooperative Berlin

Die Kooperative Berlin ist ein Redaktionsbüro und Netzwerk für digitale Kulturproduktion. Unter anderem produziert die Kooperative Berlin den täglichen Netzreporter für Dradio Wissen und den wöchentlichen NetScout für Deutschlandradio Kultur, die Werkstatt - Digitale Bildung in der Praxis, das Montagsradio - Netzgespräche zur Zeitgeschichte u.v.a. Markus Heidmeier ist als Netzjournalist bei der Kooperative zuständig für digitale und zeitbasierte Medien, schreibt neben dem DRadio Wissen-Netzreporter unter anderem auch für ZEIT Online und gehört zum Redaktions- und Moderatorenteamteam von Breitband. Jochen Thermann ist als Autor und Dramaturg unter anderem für mehrere Theater, für DRadio Wissen und den Tagesspiegel tätig.

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