10.03.2012

Die Journalisten-App der Woche: Instagram

Die Idee klingt jetzt erstmal nicht so unfassbar. Die App Instagram erlaubt Nutzern Fotos zu machen, Filter anzuwenden und das bearbeitete Bild mit so genannten Followern zu teilen. Allerdings machen bereits rund 25 Millionen Menschen mit. Einer davon: Barack Obama.

Das Team von Barack Obama nutzt seit einiger Zeit Instagram. Das wäre jetzt nicht unbedingt weiter erwähnenswert, wenn das Team des US-Präsidenten nicht bereits ein sehr feines Näschen für Netzdienste bewiesen hätte. Die Damen und Herren da sind sehr fit, probieren viel aus und sind ein guter Wegweiser für zukünftige Entwicklungen im sozialen Web.

Instagram macht erstmal nicht viel anders, als der Dienst Hipstamatic, den wir hier bereits vorgestellt haben. Allerdings ist Instagram viel mehr als eine reine kleine Retro-Foto-App, denn an Instagram hängt ein wachsendes, feines Netzwerk. Hier können Nutzer Fotos kommentieren und bewerten. Und davon machen sie rege Gebrauch. Ich guck mir inzwischen lieber Instagram an, als einen Kinofilm, schreibt Techcrunch-Bloggerin Alexia Tsotsis.

Instagram wurde am 6. Oktober 2010 bei iTunes veröffentlicht und innerhalb der ersten Woche über 100.000 mal heruntergeladen. Im Jahr 2011 wuchs die Nachfrage von einer auf 15 Millionen Downloads. Inzwischen scheinen es rund 25 Millionen Nutzer zu sein. Die besondere Visualität und die Verbreitung der App auf mobilen Endgeräten hat die Agentur Anomoly aus London für ein Video der Band The Vaccines genutzt. Gute Teile des Videos bestehen aus crowdgesourcten Bildern von Festivalteilnehmern.

The Vaccines Wetsuit from Poppy de Villeneuve on Vimeo.

Debattiert wird derzeit, ob mit Instagram geschossene Bilder eine folgerichtige Entwicklung des klassischen Fotojournalismus oder dessen Untergang sind. Einen guten Einstieg in das Für und Wider bietet ein Posting auf dem Blog des Future Journalism Project. Verlinkt sind hier die beiden zentralen Texte der Debatte. Sowohl Nick Sterns Kritik an der App, als auch Heather Murphys Replik und Verteidigung von Instagrams Einsatz im journalistischen Kontext.

Mehr Informationen über die App gibt es bei den FAQs und im Instagram-Blog bei Tumblr. Wer Hilfe braucht schaut im Support Center. Und wem dann noch langweilig ist, dem sei das Posting 10 cool things to do with Instagram empfohlen.

Bewertung:


Größe: 12.6 MB / Kategorie: Foto und Video / Preis: kostenlos

Instagram ist einfach und intuitiv bedienbar. Spaß macht es vor allem, wenn man Leuten die man kennt, folgt und en passant visuell an ihrem Leben teilhaben kann.

Journalistische Anwendungsszenarien beschränken sich nicht auf das reine Anfertigen und Veröffentlichen von Bildern. Mit Instagram kann man Bilder finden, kuratieren und mit den Machern der Bilder direkt in Kontakt kommen. Neue Möglichkeiten, die genutzt werden wollen.

Hier noch eine Übersicht aller bisheriger Apps für Journalisten. Hast Du weitere Tipps und Empfehlungen?

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Produzieren, Publizieren

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