18.11.2011

Die sieben goldenen Schritte zum Blogger – Schritt Sechs

Kuratoren arbeiten im Museum. Sie wählen aus, stellen zusammen und am Ende kommt dabei eine Ausstellung heraus. Du solltest auch ein Kurator werden!

Du kannst und sollst tolle Geschichten auf dein Blog posten. In Schritt Vier und Schritt Fünf hast Du eine Reihe von Tipps dafür bekommen. Aber selber schreiben ist nicht alles. Das merkst Du spätestens, wenn Du bei Google News die Artikel verschiedener Medienanbieter vergleichst. Sehr viele davon beruhen auf ein und denselben Agenturmeldungen. Und unterscheiden sich nur unwesentlich. Das ist doof.

Denn wenn im Internet bereits ein toller Artikel zu einem Thema da ist, dann kannst Du ihn auch einfach verlinken. Und zusehen, dass du auf deiner eigenen Seite etwas machst, was noch nicht da ist. Der amerikanische Journalismusprofessor Jeff Jarvis hat das in einem berühmt gewordenen Blogposting am 22. Februar 2007 festgestellt und folgende Regel aufgestellt: Cover what you do best. Link to the rest.

Schaffe Mehrwert!

Mit einer Mischung aus Selbstgeschriebenem und im Netz Zusammengesammeltem ist zum Beispiel die Huffington Post sehr erfolgreich. Gestartet als Blogprojekt, hat die Seite in manchem Monaten inzwischen mehr Besucher als Online-Site der New York Times. Add Value heißt die Devise. Oder – um es mit dem Erfinder des Begriffs Web 2.0. Tim O`Reilly zu sagen: Create More Value Than You Capture. Nur wie macht man das?

Man schaut sich erstmal an, wie andere das machen. Zum Beispiel Joseph Stahsko. Der sitzt am 22. Juli 2011 in einem Cafe in England und liest bei Twitter von den Anschlägen in Oslo. Das Cafe ist keine 20 Minuten von seiner Wohnung entfernt. 30 Minuten später fängt Stashko an, Informationen über die Explosion zusammenzutragen. Er nutzt dafür das Tool Storify. Und berichtet über seine Kuratorentätigkeit auf seinem Blog.

Kuratiere Dein Lieblingsthema!

Andy Carvin, der Cheftechnologe und Social Media Stratege des US-Radionetworks NPR, ist auch ein Kurator. Er hat bei Twitter Furore gemacht – weniger duch besonders intelligente oder originelle eigene Tweets, sondern weil er es schafft, ohne sein Büro zu verlassen, durch Aggregation fremder Tweets eine kontinuierliche und verlässliche Berichterstattung aus Krisengebieten zu erstellen.

Natürlich kann man jedes beliebige Thema kuratieren. Es muss weder minutenaktuell sein, noch politisch. Such Dir einfach Dein Lieblingsthema und schau einfach mal was dazu gerade im Netz geschrieben wird. Falls Du sie noch nicht kennst: Es gibt bei der Google Suche die Option nur in Blogs zu suchen. Wenn Du einen Suchbegriff eingegeben hast, kannst Du auf der linken Seite unter „Mehr“ einfach „Blogs“ anklicken.

Nimm Arbeit ab!

Oft kommt man da vom Hölzchen aufs Stöckchen. Mit ein bisschen Übung kannst Du aber relativ schnell eine Auswahl von relevanten Quellen für Dein Thema finden. Kuratierte Angebote erfreuen sich großer Beliebtheit. Weil sie so genannten Mehrwert schaffen. Der Konsument eines solchen Angebots muss sich nicht mehr selber durch das halbe Internet klicken, diese Arbeit wird ihm hier abgenommen.

Vielleicht kennst Du Angebote wie 6 vor 9 des Bildblogs oder den Mediennewsletter Turi2 ja schon. Ansonsten schau sie Dir mal an. Interessant ist auch der so genannte Reader des Another Magazines  - falls Du Dich für Popkultur interessierst.

Du wirst ein Experte

Mit der einfachen Regel von Tim O`Reilly und etwas Recherche, findest Du bestimmt ein passendes Betätigungsfeld. Beklagen musst Du Dich dann auch nicht mehr über Schreibblockaden oder keine Ideen für eigene Blogbeiträge. Irgendjemand irgendwo hat immer eine Idee. Schau Dich um und bring ein bisschen Ordnung in das Chaos. Deine Leser werden es Dir danken! Und Du wirst – quasi nebenbei – zu einem Experten in deinem Themengebiet.

Zusammenfassende Linkliste:

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & TECHNIK, Produzieren, Publizieren

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.